Donnerstag, 5. April 2012

Rezension: Helga Schimmer - Mord in Wien. Wahre Kriminalfälle

Titel: Mord in Wien. Wahre Kriminalfälle
Autorin: Helga Schimmer
Genre: Sachbuch (Kriminalfälle)
Verlag: Haymon (14.02.2012)
ISBN: 978-3-85218-876-8
Broschiert, 176 Seiten
Preis: 9,95 €
Bezugsquelle: Haymon
Leseprobe

Die spektakulärsten, schauerlichsten und skurrilsten Kriminalgeschichten Wiens hat das wahre Leben geschrieben. Packend und kenntnisreich erzählt die Autorin von Verbrechen, die sich tatsächlich zugetragen haben - vom Haus des Grauens in der Augustinerstraße, von genialen Ermittlern, überraschenden Geständnissen, kaltblütigen Mördern und vom fast perfekten Verbrechen - eine Pflichtlektüre für all jene, die schon immer die dunkle Seite Wiens kennenlernen wollten.
Zur Autorin:
Helga Schimmer, geboren 1967, studierte Biologie und Erdwissenschaften an der Universität Wien und lebt als freie Schriftstellerin und Journalistin in Niederösterreich. Ihre Spezialität ist die literarische Aufbereitung wahrer Verbrechen.

Rezension:
In 17 Geschichten erzählt die Autorin Helga Schimmer von wahren Kriminalfällen, die sich in Wien zugetragen haben. Diese reichen vom späten 16. Jahrhundert bis in die heutige Zeit und werden in 5 Kategorien unterteilt: Schnöder Mammon, Schleichendes Gift, Verfehlte Beziehungen, Verbotene Gelüste und Geistige Verirrungen.

In unterhaltsamer Weise und einem knackigen Erzählstil schildert Helga Schimmer die diversen Fälle, die von blutrünstig über skurril reichen. Auch die berühmte Gräfin Báthory, auch als die "Blutgräfin" bekannt, ist darunter, die im späten 16. Jahrhundert ca. 600 Mädchen ermordet haben soll und somit den Rekord unter den Serienmördern hält.

Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil der Autorin, der hier nicht in irgendwelche Klischees abdriftet oder plakativ wirkt, sondern fundiert und genau recherchiert. Die Motive der Taten sowie der Hintergrund der einzelnen Täter/Täterinnen wird ebenso detailliert beleuchtet und auch der weitere Werdegang der Personen nach ihrer Festnahme/Entlarvung wird geschildert.

Ich kann "Mord in Wien. Wahre Kriminalfälle" allen interessierten Lesern von Krimis und Thrillern empfehlen, die auch gerne über sich real zugetragene Verbrechen lesen und in das verbrecherische Wien der Vergangenheit und Gegenwart eintauchen möchten.

Fazit: In "Mord in Wien. Wahre Kriminalfälle" schildert die Autorin Helga Schimmer in einer unterhaltsamen und profund recherchierten Art und Weise spannende und auch skurrile Verbrechen der Vergangenheit und Neuzeit in Wien. Ich kann das Buch unbedingt an interessierte Leser von Krimis und Thrillern weiterempfehlen.

Rezension: Edith Kneifl - Der Tod fährt Riesenrad

Titel: Der Tod fährt Riesenrad
Autorin: Edith Kneifl
Genre: Krimi (Historisch)
Verlag: Haymon (24.02.2012)
ISBN: 978-3-85218-878-2
Broschiert, 240 Seiten
Preis: 12,95 €
Bezugsquelle: Haymon

Wien um 1900. Die 15-jährige Leonie ist verschwunden. Alles deutet darauf hin, dass das Mädchen entführt wurde. Kurz darauf wird in einer Gondel des Riesenrades ein toter Zwerg entdeckt. Der Privatdetektiv Gustav von Karoly wird von Leonies Mutter mit den Ermittlungen beauftragt. Doch warum hält der adelige Großvater Leonies nichts von Karolys Bemühungen?
Zur Autorin:
Edith Kneifl, geboren 1954 in Wels, lebt und arbeitet als Schriftstellerin in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Bei Haymon zuletzt: Stadt der Schmerzen. Ein Florenz-Krimi (2011) und Zwischen zwei Nächten. Kriminalroman (HAYMONtb 2011).

Rezension:
Wien 1897: Gustav von Karoly ist seines Zeichens Privatdetektiv und erhält den Auftrag, die 15-jährige Leonie von Leiden zu finden, die spurlos verschwunden ist. Da das Mädchen nicht das erste Mal von zu Hause ausgerissen ist und sie sich damals im Prater versteckt hielt, tippt Gustav darauf, sie diesmal auch dort wiederzufinden.

Bei der Riesenraderöffnung im Prater wird dann auch noch in einer der Gondeln ein toter Zwerg namens Napoleon aufgefunden, der ein guter Freund Leonies war. Nun ist es an Gustav zu ermitteln, was und ob der Mord an Napoleon mit dem Verschwinden von Leonie zu tun hat, warum ihr Großvater sich gegen seine Tätigkeit ausspricht und so taucht er ein in die halbseidene Welt des Wiener Praters...

Edith Kneifl begibt sich mit ihrem historischen Kriminalroman "Der Tod fährt Riesenrad" ins Wien des endenden 19. Jahrhunderts. Gustav von Karoly, der Protagonist und Privatdetektiv, ist ein uneheliches Kind einer bereits verstorbenen prominenten Operettensängerin und eines Adligen, der bei seiner Mutter aufwuchs und vom Vater offiziell nicht anerkannt wurde. Dieser fördert ihn aber immer wieder heimlich, indem er ihm z.B. Klienten vermittelt.

So gelangt er auch an seinen aktuellen Fall, der verschwundenen Leonie von Leiden, deren Mutter ihn aufsucht und um Hilfe bei der Suche bittet. Gustav ist ein sympathischer Charakter, obwohl er auch einiges auf dem Kerbholz hat. Die Frauenwelt ist seine große Leidenschaft, was in der Handlung öfter mal durchscheint und sein Selbstbewusstsein ist ebenso ausgeprägt. Er lebt bei seiner Tante Vera, die sich stark für die Emanzipation der Frauen engagiert und sehr moderne Ansichten für eine Frau in dieser Zeit hat. Hilfe bei seinen Ermittlungen bekommt Gustav von seinem alten Freund Rudi, der als Oberkommissär bei der Polizei arbeitet.

Der Wiener Prater, der hier als Hauptschauplatz auftritt, befindet sich noch im Aufbau, das berühmte Riesenrad wird gerade eingeweiht und es treiben sich dort einige halbseidene Personen herum. Gerade in diesen Szenen wird deutlich, dass Edith Kneifl sehr gut recherchiert hat, denn sie führt dem Leser das Wien des späten 19. Jahrhunderts bildlich vor Augen, so als würde man selbst mit Gustav in der Droschke sitzen, sich von Schauplatz zu Schauplatz kutschieren lassen und mitermitteln.

Auch der Lokalkolorit kommt hier nicht zu kurz. Jeder Charakter hat gewisse Eigenarten, Ecken und Kanten. Mich würde es sehr freuen, zukünftig mehr über Gustav von Karoly lesen zu dürfen, denn an Fällen für ihn dürfte es bestimmt nicht mangeln. Der Fall um die verschwundene Leonie konnte mich gut unterhalten, auch wenn sich die Spannung meines Erachtens in Maßen hält und das Buch mehr durch seine unterschiedlichen Charaktere und die Atmosphäre Wiens zu Sisis Lebzeiten glänzt.

Fazit: "Der Tod fährt Riesenrad" ist ein unterhaltsamer historischer Kriminalroman mit einem sympathischen Protagonisten, der vor allem durch Atmosphäre, Lokalkolorit und die Charaktere zu überzeugen weiß. Über ein Wiedersehen mit Gustav von Karoly würde ich mich sehr freuen!

Mittwoch, 4. April 2012

Rezension: Janine Wilk - Die Schattenträumerin

Titel: Die Schattenträumerin
Autorin: Janine Wilk
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Planet Girl (26.01.2012)
ISBN: 978-3-522-50270-2
Gebunden, 384 Seiten
Preis: 14,95 €
eBook: ePub für 12,99 €
Bezugsquelle: Planet Girl
Leseprobe

In der Nacht verwandelt sich Venedig. Das Wasser in den Kanälen flüstert leise, Schatten legen sich über die kleinen Gassen - und Francesca träumt: Immer näher und näher kommt ihr schrecklicher Verfolger, schon spürt sie seinen Atem im Nacken - und wacht schweißgebadet auf. Von ihrer Großmutter erfährt sie, dass die wiederkehrenden Albträume mit einem Familienfluch zusammenhängen. Einem tödlichen Fluch, der nicht nur sie, sondern ganz Venedig bedroht. Nur ein Buch von dämonischer Natur kann den Fluch lösen und Venedig davor bewahren, in den Fluten zu versinken. Doch um es zu finden, muss sich Francesca dem Mann aus ihren Albträumen stellen. Eine atemlose Jagd beginnt...
Zur Autorin:
Janine Wilk wurde am 07.07.1977 als Kind ein Ves Musikers und einer Malerin in Mühlacker geboren. Schon von Kindesbeinen an war die Literatur sehr wichtig für sie, mit elf Jahren schrieb sie ihre ersten Geschichten. Mit Anfang zwanzig begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Buch und schon bald folgten die ersten Veröffentlichungen im Bereich Lyrik und Kurzprosa. Janine Wilk lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von Heilbronn.

Rezension:
Die 13-jährige Francesca di Medici, die zusammen mit ihrer Mutter in Deutschland lebt, deren Familie aber aus Venedig stammt, wird in der Weihnachtszeit von ihrer Großmutter Fiorella gebeten, sie zu besuchen. Francesca liebt die Stadt, doch ebenso hat sie Angst dorthin zurückzukehren, denn sie plagen dort angsteinflößende Albträume.

Schon bald wird klar, woher die Albträume kommen: Es liegt ein Fluch über Venedig und der Familie di Medici. Nur das sagenumwobene alte Buch Necronomicon kann helfen, den Fluch aufzuheben, welches aber auch sehr gefährlich ist. Francesca, ihre Cousine Gianna und Großmutter Fiorella setzen nun alles daran herauszufinden, wie sie den geheimnisvollen Fluch über ihrer Familie brechen können und gleichzeitig Venedig vor dem Untergang zu bewahren...

Janine Wilk hat mit "Die Schattenträumerin" ein wirklich wunderbares Jugendbuch erdacht. Da ich eine richtige Venedig-Liebhaberin bin und die Stadt bereits zweimal besuchen und erkunden durfte, war ich gespannt, wie die Autorin die Atmosphäre einfängt. Und dies ist ihr absolut gelungen. Vor dem Auge des Lesers entstehen die kleinen unübersichtlichen, labyrinthähnlichen Gassen, in denen man sich leicht verirren kann, die Kanäle und natürlich auch das Wahrzeichen von Venedig, der Campanile am San Marco.

Die Geschichte um die sympathische 13-jährige Francesca ist altersgerecht leicht und flüssig zu lesen und wird mit Sicherheit vor allem Mädchen dieses Alters ansprechen können. Denn "Die Schattenträumerin" lebt nicht nur von der Spannung, die der Fluch über die di Medicis und Venedig mit sich bringt, sondern auch die Familie selbst wird hier in den Mittelpunkt gerückt und man erfährt, wie sehr doch alle Mitglieder gerade in schwierigeren Situationen füreinander da sind und zusammenhalten.

Besonders ans Herz gewachsen ist mir Großmutter Fiorella, die durch ihre herzliche, manchmal aber auch recht schnippische und kauzige Art für den ein oder anderen Lacher sorgt und dennoch ein großes Opfer auf sich nimmt. Auch Francesca und ihre Cousine Gianna waren mir von Anfang an sympathisch und werden von Janine Wilk altersgerecht dargestellt.

Ich kann "Die Schattenträumerin" uneingeschränkt für Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren empfehlen, aber auch als Erwachsene(r) kann man sich für einige unterhaltsame Stunden in das etwas düsterere, winterliche Venedig von Janine Wilk bedenkenlos entführen lassen.

Fazit: Mit "Die Schattenträumerin" ist Janine Wilk ein wunderbares Jugendbuch gelungen, das durch seine Charaktere und seine traumhafte Kulisse glänzt, aber auch die Spannung nicht zu kurz kommen lässt. Empfehlenswert!

Dienstag, 3. April 2012

Rezension: Amy Kathleen Ryan - Sternenfeuer. Gefährliche Lügen

Titel: Sternenfeuer. Gefährliche Lügen
Autorin: Amy Kathleen Ryan
Reihe: Sky Chasers #1
Genre: Kinder-/Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: PAN (01.03.2012)
ISBN: 978-3-426-28361-5
Gebunden, 432 Seiten
Preis: 16,99 €
eBook: ePub für 14,99 €
Bezugsquelle: PAN
Leseprobe

Die 15-jährige Waverly gehört zu den ersten Kindern, die an Bord des Sternenschiffes Empyrean geboren wurden. Jedermann erwartet, dass sie bald ihren Freund Kieran heiraten wird, um eine Familie zu gründen und das Überleben der Menschheit auf der langen Reise zu einem fernen Planeten zu sichern. Waverly liebt Kieran sehr – aber ist sie trotzdem schon bereit, so früh diesen entscheidenden Schritt zu gehen? Das friedliche Leben endet dramatisch, als wie aus dem Nichts das lange verschollen geglaubte Schwesterschiff angreift, die Erwachsenen tötet und alle Mädchen entführt. Während Kieran auf der schwer beschädigten Empyrean um sein Überleben kämpft, muss Waverly viele Lichtjahre entfernt alles daransetzen, zu ihm zurückkehren zu können...
Zur Autorin:
Amy Kathleen Ryan wuchs in Jackson im amerikanischen Bundesstaat Wyoming auf. Sie studierte Anthropologie und Englische Literatur in Wyoming und Vermont, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte.

Rezension:
In der Zukunft: Zwei Raumschiffe, die Empyrean und die New Horizon, sind seit gut 40 Jahren unterwegs zum Planeten New Earth, um diesen nach dem totalen Kollaps des Planeten Erde neu zu bevölkern. Die 15-jährige Waverly und ihr Freund Kieran sind einander versprochen und sollen bald heiraten. Doch die Beschaulichkeit auf der Empyrean wird je zerstört, als ihr Schwesterschiff es unvermittelt angreift, alle Mädchen entführt und viele Erwachsene dabei umbringt.

Nur die Jungen bleiben auf der Empyrean zurück und sehen sich nun damit konfrontiert, das Raumschiff allein zu steuern und zu versuchen, die Mädchen wieder aus den Fängen der New Horizon zu befreien. Indes versucht Waverly zusammen mit den anderen Mädchen vom Schwesterschiff zu entkommen, denn was sie dort in Erfahrung bringt und am eigenen Leib erleben muss, gleicht einem Albtraum...

Amy Kathleen Ryan ist mit "Sternenfeuer. Gefährliche Lügen" ein beängstigender Dystopie-Auftakt gemixt mit Science-Fiction-Elementen gelungen. Der Leser lernt das junge Paar Waverly und Kieran kennen, die auf der Empyrean geboren sind und die wirkliche Erde nie kennengelernt haben. Auf der Empyrean herrscht ein recht lockerer Lebensstil, zwar hat jeder gewisse Aufgaben zu erledigen, doch wachsen die Kinder und Jugendlichen unbeschwert auf.

Als Waverly mit den anderen Mädchen auf das Schwesterschiff New Horizon entführt wird, lernt sie dort eine ganz unterschiedliche Lebensqualität kennen. Die Bewohner sind tief religiös und werden durch die Pastorin Anne Mather regelrecht manipuliert, was Waverly sehr schockiert.

Liest sich der Roman anfangs noch recht locker weg, nimmt die Spannung und vor allem die Härte der Handlung rasant zu, als Waverly und Kieran getrennt werden. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Themen wie psychische und physische Folter, Gewalt, Manipulation von Menschen und Skrupellosigkeit geht. Ob das empfohlene Lesealter ab 12 Jahren gerechtfertigt ist, möchte ich bezweifeln, denn dafür geht es in vielen Szenen einfach zu hart her.

Gerade die Protagonisten Waverly und Kieran müssen sehr viel ertragen. Ich möchte nicht näher in Details gehen, denn sonst würde ich definitiv zuviel verraten, aber beide verlieren ihre jugendliche Sorglosigkeit ob der traumatischen Erlebnisse und wachsen sehr an ihren zugedachten Aufgaben.

Die Liebesgeschichte der beiden tritt in der Handlung eher in den Hintergrund, was dem Buch aber definitiv nicht schadet. Hier legt die Autorin das Augenmerk eher auf andere sozial- und gesellschaftskritische Themen, die sie so authentisch beschreibt, dass dem Leser mehr als einmal eine Gänsehaut den Rücken hinunterläuft, zu welchen Taten zivilisierte Menschen fähig sein können.

Ich kann "Sternenfeuer. Gefährliche Lügen" definitiv weiterempfehlen. Leser, die allerdings eine Dystopie mit romantischen Elementen erwarten, werden enttäuscht werden. Der Auftaktband zur "Sky Chasers"-Trilogie ist meiner Meinung nach eher für etwas hartgesottenere Leser geeignet, die sich auch für Science-Fiction-Elemente erwärmen können.

Fazit: "Sternenfeuer. Gefährliche Lügen" ist ein großartiger Auftakt zu einer neuen Trilogie, die sich sehr sozial- und gesellschaftskritischen Themen in anschaulicher und teilweise auch erschreckender Weise bedient. Lesenswert!

Sonntag, 1. April 2012

Lesemonat März 2012

Und wieder ein Monat vorbei, 11 gelesene Bücher sind es im März geworden :)

Gelesene Bücher: 11
Gelesene Seiten: 3.790

Julie Hastrup: Vergeltung
J.C. Grimwood: Silberklinge
Amy Kathleen Ryan: Sternenfeuer. Gefährliche Lügen
Corina Bomann: Clockwork Spiders
P.C. Cast & Kristin Cast: Dragons Schwur
Eva Lirot: Eiskalte Ekstase
Andrew Lane: Young Sherlock Holmes. Der Tod liegt in der Luft
Janine Wilk: Die Schattenträumerin
Edith Kneifl: Der Tod fährt Riesenrad
Amy Efaw: Eine Tat wie diese
Helga Schimmer: Mord in Wien. Wahre Kriminalfälle

Freitag, 30. März 2012

Rezension: P.C. Cast & Kristin Cast - Dragons Schwur

Titel: Dragons Schwur
Autorinnen: P.C. Cast und Kristin Cast
Reihe: House of Night Novellas #1
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Fischer FJB (23.02.2012)
ISBN: 978-3-8414-2213-2
Gebunden, 176 Seiten
Preis: 11,99 €
eBook: ePub für 9,99 €
Bezugsquelle: Fischer FJB
Website zur Reihe, Leseprobe
andere Titel der House of Night-Reihe: Gezeichnet, Betrogen, Erwählt, Ungezähmt, Gejagt, Versucht, Verbrannt, Geweckt

Als Vampyr Gezeichnet. Von der Liebe geblendet. An einen Schwur gekettet...Lange bevor Zoey Gezeichnet wurde...bevor sie ins House of Night eintrat...bevor sie den Kampf gegen das Böse aufnahm...gab es schon einen, der dort seit langem lebte: Dragon Lankford, Schwertmeister und Krieger. Dies ist seine Geschichte.
Zu den Autorinnen:
P.C. Cast und Kristin Cast sind weltweit das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann. Im Mittelpunkt der House-of-Night-Stories stehen vor allem die Lehrer aus dem House of Night in Tulsa. P.C. Cast lebt heute mit vielen Tieren auf einer Ranch in Oklahoma. Kristin Cast studiert an der Universität von Oklahoma Kommunikationswissenschaften.

Rezension:
Protagonist dieser House of Night-Kurzgeschichte ist der Lehrer und Schwertmeister Dragon Lankford. Als er am Scheiterhaufen des toten Jungvampyrs Jack wacht, erinnert er sich an seine eigene Geschichte und Vergangenheit. Als 17-jähriger wurde er Gezeichnet, nachdem er von seinem Vater, einem Earl, verstoßen und enterbt wurde und kurz bevor ihn eine Krankheit dahinraffen konnte.

Er wird Schüler im House of Night in St. Louis und lernt dort Anastasia, eine junge Lehrerin, kennen. Diese möchte eigentlich einen Anziehungszauber auf Dragon ausüben, der ihn anhimmelnde Schüler und Schülerinnen eines Besseren belehren soll, doch geht dieser etwas daneben, und so sieht sich Anastasia durch den Zauber für kurze Zeit einem erwachsenen Dragon gegenüberstehen und sieht mit Erstaunen, dass sie eine gemeinsame Zukunft als Paar haben werden. Doch vorher gilt es, einen gefährlichen Widersacher zu bekämpfen...

"Dragons Schwur" ist die erste Kurzgeschichte oder Story von einer begleitenden Reihe rund um die Lehrer des House of Night in Tulsa. Im englischsprachigen Bereich sind solche ergänzenden Kurzgeschichten momentan recht in Mode, so gibt es sie z.B. auch zur "Iron Fey"-Reihe von Julie Kagawa, um eine Reihe zu nennen, die auch bei uns erschienen ist.

Ob es jedoch sinnvoll ist, zu einer erfolgreichen Serie weitere zusätzliche Geschichten zu spinnen, lasse ich mal dahingestellt. Zumindest sollte man einige Vorkenntnisse der House of Night-Reihe haben, um "Dragons Schwur" voll auszukosten, und das ist wohl im Sinne des Erfinders. Zeitlich kann man einen Teil der Handlung, besser gesagt Anfang und Ende, nach dem 8. Band "Geweckt" einordnen, sodass die Wartezeit bis zum neuen und 9. Hauptband der Reihe, "Bestimmt", nicht zu lange wird.

Der Großteil der Handlung allerdings spielt im 19. Jahrhundert und erzählt dem interessierten Leser die Vorgeschichte des Lehrerpaars Anastasia und Bryan "Dragon" Lankford. Viel Neues konnte mir diese Geschichte leider nicht erzählen, denn sie läuft auf der altbekannten Schiene: Liebesgeschichte, Romantik gepaart mit einem Kampf gegen das Böse. Das dürfte der eingefleischte "House of Night"-Leser schon zur Genüge kennen und neues Wissen erschließt "Dragons Schwur" auch nicht unbedingt.

Wer allerdings richtiger Fan der Reihe ist, der wird mit Sicherheit zur Komplettierung der Reihe auch auf "Dragons Schwur" nicht verzichten können. Ich empfand die Geschichte zwar als recht nett, aber mehr leider auch nicht, dafür war der Werdegang von Dragon und Anastasia meiner Meinung nach nicht interessant genug. Allerdings bin ich nach dem Epilog doch gespannt, wie Dragon sich in den nächsten Hauptbänden der Reihe entwickeln wird, da dieser einiges verspricht.

Fazit: "Dragons Schwur" ist eine ergänzende Geschichte zur "House of Night"-Reihe, die für eingefleischte Fans sicherlich interessant ist. Mir selbst konnte sie jedoch keinerlei interessante, neue Erkenntnisse liefern, doch der Epilog könnte einiges für die Zukunft von Dragon Lankford in der Hauptreihe versprechen.

Donnerstag, 29. März 2012

Rezension: Corina Bomann - Clockwork Spiders

Titel: Clockwork Spiders
Autorin: Corina Bomann
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Ueberreuter (Januar 2012)
ISBN: 978-3-8000-5663-7
Gebunden, 398 Seiten
Preis: 16,95 €
Bezugsquelle: Ueberreuter
Leseprobe

London 1888: Die siebzehnjährige Violet ist nicht so geraten, wie es sich ihr Vater, Lord Adair, wünscht. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, eine berühmte Erfinderin zu werden, und schleicht nachts heimlich zu ihrem Labor. Ihr zur Seite steht nur Butler Alfred, der auch als Leibwächter fungiert. Gemeinsam decken sie eine Verschwörung auf: Mit künstlichen Giftspinnen werden königinnentreue Personen ermordet - und auch Königin Victoria selbst ist in Gefahr! Der geheimnisvolle Fremde mit der Augenklappe, den Violet gleichzeitig gefährlich und unwiderstehlich findet, scheint dabei sehr verdächtig...
Zur Autorin:
Die in Norddeutschland lebende Schriftstellerin wurde 1974 in Parchim geboren. Nachdem sie elf Jahre lang im medizinischen Bereich tätig war, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und widmet sich nun ganz dem Schreiben. Am liebsten verfasst sie fantastische und historische Romane für Jugendliche und Erwachsene.

Rezension:
London im Jahr 1888: Die 17-jährige Lady Violet Adair entstammt einem hohen englischen Adelshaus, doch ist sie so etwas wie das schwarze Schaf in der Familie. Weder interessiert sie sich für Mode, noch für den ihr bevorstehenden Debütantinnenball, geschweige denn für eine Heirat, wie es junge Mädchen von Adel sonst tun. Ihr Herzblut liegt darin, an mechanischen Erfindungen zu arbeiten. Für diese heimliche Leidenschaft hat sie eigens ein Labor in einer eher verrufenen Gegend Londons angemietet, zu dem sie sich nachts in Begleitung ihres treuen Butlers Alfred schleicht.

Als auf einem Ball, den ihre Eltern geben, ein Lord ermordet wird, ist die neugierige Violet sofort Feuer und Flamme, den Mörder selbst zu ermitteln. Todesursache war eine seltene Spinnenart, die der Tote verschluckt hat. Doch dies ist noch nicht alles: Bald sieht sich Violet mit einer höheren Gefahr konfrontiert, die nicht nur ihr Elternhaus bedroht, sondern das gesamte britische Empire. Wird sie zusammen mit Butler Alfred und dem geheimnisvollen, anziehenden Mann mit der Augenklappe das Schlimmste verhindern können?

Corina Bomann entführt den Leser in ihrem neuesten Jugendbuch "Clockwork Spiders" in ein steampunkiges London, das nur so von mechanischen Apparaten wimmelt. Seien es dampfbetriebene Luftschiffe, mechanische Droschken oder auch Menschen mit mechanischen Gliedmaßen, hier ist wirklich alles dabei, was das Steampunk-Herz höher schlagen lässt.

Wie schon mit ihrem historischen Roman "Der Lilienpakt" konnte mich die Autorin durch ihren bild- und lebhaften Schreibstil begeistern, auch wenn sie sich hier in ein ganz neues Genre wagt. Das viktorianische London wird glaubhaft und authentisch von ihr dargestellt, sodass man sich regelrecht von Violet bei ihren Erlebnissen und Abenteuern an die Hand genommen fühlt.

Violet ist eine überaus gelungene Protagonistin: Sie ist neugierig, mutig und was die neuesten Errungenschaften und Erfindungen in der Technik angeht, sehr interessiert und möchte immer Neues dazulernen, auch wenn sie dies vor ihren Eltern geheimhalten muss, da es sich für ein junges Mädchen aus hohem Hause nicht geziemt, solche Interessen zu haben. Von ihrem Charakter her erinnerte sie mich etwas an Flavia de Luce, die zwar jünger, aber mit ebensolcher Inbrunst ihre (geheimen) Leidenschaften auslebt.

Mit Romantik in kleinen Dosen und einem guten Schuss an Wortwitz und Humor verfeinert Corina Bomann die abenteuerliche und spannende Geschichte um Violet. Und auch die Nebenfiguren können absolut überzeugen. Sei es Butler Alfred, der eine geheimnisvolle Vergangenheit in China mit sich trägt, Hieronymus Black, der geheimnisvolle Mann mit der Augenklappe, der Violets Herz höher schlagen lässt oder Violets Freunde aus Mr Blakleys Zirkus, halb Mensch halb Maschine, die ihr helfend zur Seite stehen.

Mich konnte "Clockwork Spiders", das in sich abgeschlossen ist, vollends überzeugen und unterhalten. Ich würde mir wünschen, dass sich Corina Bomann dazu entschließt, eine Fortsetzung zu schreiben, denn genug Potenzial dazu ist auf alle Fälle vorhanden!

Fazit: Mit "Clockwork Spiders" brilliert Corina Bomann auch im Steampunk-Genre (nicht nur) für jugendliche Leser. Eine spannende, aber auch mit ordentlich Witz und Humor ausgestattete Geschichte, die zu unterhalten weiß. Absolut empfehlenswert!