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Dienstag, 1. Oktober 2013

Jonathan Stroud - Lockwood & Co. Die seufzende Wendeltreppe


Titel: Lockwood & Co. Die seufzende Wendeltreppe
Autor: Jonathan Stroud
Reihe: Lockwood & Co. #1
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: cbj (11.09.2013)
ASIN: B00CWZL61I (eBook)
Preis: 14,99 € (Stand: 01.10.2013)
Papierformat: Gebundene Ausgabe
Bezugsquelle: skoobe
Bonus: Leseprobe, Autoren-Special
Geister, Ghoule, Grabgeflüster: Die Agenten von Lockwood & Co. sind allem gewachsen
London, England: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht. Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren.
So auch die drei Agenten von Lockwood & Co. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert. Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von Lockwood & Co. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht... *Quelle*
Zum Autor:
Jonathan Stroud wurde in Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London. Berühmt wurde er durch seine weltweite Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus, dessen Abenteuer in Das Amulett von Samarkand, Das Auge des Golem, Die Pforte des Magiers und Der Ring des Salomo erzählt werden.

Meinung:
Nur Kinder können sie wahrnehmen, die sogenannten Besucher, Geister, die keine Ruhe finden. Schon seit etlichen Jahren kursiert in London diese Plage und verschiedene Agenturen haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Kreaturen aufzuspüren und auszumerzen. Zu ihnen gehört Lockwood & Co., ein sehr junges Unternehmen bestehend aus Anthony Lockwood und George Cubbins. Zu ihnen stößt Lucy Carlyle, die sich in der Agentur bewirbt und vorher schon einige leider erfolglose Bewerbungsgespräche bei anderen namhaften Firmen hatte.

Lucy wird angenommen, denn sie ist sehr sensibel, was die Empfindsamkeit für die Geister betrifft, auch wenn sie in ihrer Vergangenheit einen verhängnisvollen Fehler begangen hat. Ihr neuer Chef Anthony Lockwood ist ein Draufgänger, der jeden noch so verzwickten Fall annimmt und so sehen sich die drei bald einem Auftrag gegenüber, der ihr Leben in Gefahr bringen wird...

Der Anfang von Lockwood & Co. Die seufzende Wendeltreppe, bei dem es sich gleichzeitig um einen Serienauftakt des Bartimäus-Erfinders Jonathan Stroud handelt, gestaltet sich sofort spannend. Lucy und Lockwood bekommen es mit dem Geist von Annabel Ward zu tun, der auch später im Buch noch eine größere Rolle spielen wird. An einer sehr spannenden Stelle allerdings wird dieser Handlungsstrang unterbrochen, um von Lucys bisherigem Werdegang zu berichten, der gleichzeitig auch Dinge erklärt, die zu Anfang des Buches etwaiges Kopfzerbrechen bereiten.

Danach wird wieder in den anfänglichen Erzählstrang gewechselt und dies permanent aus Lucys Sicht in der Vergangenheitsform, was dem Leser diese starke Protagonistin noch näher bringt. Über Anthony Lockwoods Vergangenheit hingegen erfährt der Leser nicht viel. Er war mir anfangs etwas unsympathisch, da er sehr distanziert agiert und oftmals, ohne im Vorhinein über verschiedene Situationen großartig nachzudenken. George Cubbins, der dritte im Bunde, ist eine Art Nerd, der sich vor allem gerne in Archiven herumtreibt und Recherchearbeiten erledigt. Er liefert sich mit Lucy das ein oder andere Wortgefecht, da er zu Beginn nicht viel von ihr zu halten scheint, was sich aber im Verlauf der Geschichte ändert.

Mich konnte Jonathan Strouds Erzählstil sofort für sich einnehmen. Die Welt, die er geschaffen hat, strotzt nur so vor Spannung, was nicht nur am Geisteraspekt der Geschichte liegt sondern auch an der Schilderung der Örtlichkeiten, die recht düster daherkommt. Ein wirklich passendes Buch für die jetzige Jahreszeit und vielleicht auch ein Lesetipp für die Halloween-Zeit! Denn trotz des Spannungseffekts kommt auch der Humor nicht zu kurz, was die Handlung in manchen Teilen sichtlich auflockert. Als Pluspunkt empfand ich, dass das Buch in sich abgeschlossen ist und somit keinen Cliffhanger bietet, auch wenn es sich um einen Serienauftakt rund um die Agentur Lockwood & Co. handelt.

Fazit:
Lockwood & Co. Die seufzende Wendeltreppe entführt in eine sehr detailliert beschriebene Welt, in der Geister ihr Unwesen treiben und somit jede Menge Spannung garantiert wird. Ein Buch, das vor allem für die kalte Jahreszeit und zu Halloween geeignet ist.

Reihenfolge:
1. Lockwood & Co. Die seufzende Wendeltreppe (Lockwood & Co. The Screaming Staircase)
2. ???

Freitag, 27. September 2013

Lisa Lercher - Mord im besten Alter


Titel: Mord im besten Alter
Autorin: Lisa Lercher
Genre: Krimi
Verlag: Haymon (03.07.2013)
ASIN: B00DRPFDNE (eBook)
Preis: 7,99 € (Stand: 27.09.2013)
Papierformat: Taschenbuch
Bezugsquelle: skoobe
Bonus: ---
In der Idylle von "Haus Waldesruh" soll sich Maja von den Folgen eines Unfalls erholen. Doch schon bald häufen sich mysteriöse Sterbefälle, Wertsachen verschwinden spurlos und das Personal geht auch nicht gerade zimperlich mit den Bewohnern um. Maja befürchtet Schlimmes: Werden hier alte Leute systematisch zu Tode gepflegt? *Quelle*
Zur Autorin:
Lisa Lercher, geboren 1965 in Hartberg/Steiermark. Studium der Erziehungswissenschaften in Graz, lebt seit 1989 in Wien. Neben ihrer Tätigkeit in der Bundesverwaltung schreibt sie seit 2001 Kriminalromane und Kurzkrimis, u.a. Die Mutprobe (2006), der für den ORF/MDR verfilmt wurde.

Meinung:
Nach einem Sturz befindet sich die rüstige Mittsechzigerin Maja Berg zur Rehabilitation im Seniorenwohnsitz Haus Waldesruh in der Nähe von Wien. Maja hadert mit sich selbst und hat Probleme mit der Eingewöhnung dort, denn bisher war sie noch sehr selbstständig und als Kinderbuchillustratorin aktiv. Zu gern würde sie in ihr eigenes Haus mit Garten, den sie liebevoll gepflegt hat, zurückkehren, doch dieses beansprucht bereits der Neffe ihres verstorbenen Lebensgefährten Joe.

Somit bleibt Maja nichts anderes übrig, als sich mit ihrem neuen Leben zu arrangieren. Ihre Rekonvaleszenz schreitet voran und damit auch Majas Erkundungen ihrer neuen Umgebung. Sie findet bald schon nähere Bekanntschaften, doch kommt es auf einmal zu mehreren Todesfällen in Haus Waldesruh, die Maja stutzig werden lassen. Geschehen diese wirklich rein zufällig oder steckt mehr dahinter? Maja beginnt zu ermitteln...

Lisa Lercher hat mit Mord im besten Alter einen ruhigen Regionalkrimi zum Wohlfühlen erschaffen. Zu Beginn schildert sie den Alltag im Seniorenwohnheim Haus Waldesruh, es wird von den mitunter recht skurrilen und eigenartigen Heimbewohnern berichtet, ebenso wie vom Pflegepersonal, das in vieler Hinsicht überfordert ist und von dem einzelne Personen ihre eigenen Probleme mit sich herumschleppen.

Schon bald wird dem Leser klar, dass es in Haus Waldesruh nicht mit rechten Dingen zugeht, was die Todesfälle der behinderten Mirli und der verarmten Frau Hofrat angeht. Doch welchen Grund sollte eine Person haben, diesen Frauen etwas anzutun? Diesem will Maja zusammen mit ihrem neuen Bekannten Moser, der anfangs etwas undurchsichtig erscheint und eigene Gründe für seinen Aufenthalt im Seniorenwohnheim hat, auf die Spur kommen.

Die Geschichte selbst entwickelt eine stetige Rasanz in den Ereignissen. Lisa Lercher legt ihr Augenmerk aber nicht auf blutige Szenen, sondern eher auf die Ermittlungen von Maja und Moser, sodass der Kriminalroman in teilweise recht ruhigen Bahnen verläuft. Ihre Charakterisierung von einzelnen Bewohnern und dem Pflegepersonal ist gut gelungen und auch einige Wendungen konnten mich überraschen. Zudem spricht Lisa Lercher auch aktuelle Themen wie Pflegenotstand und Überforderung des Personals in Altersheimen an, die am Rande zur Sprache kommen, und selbst ein kleiner Schuss schwarzen Humors kommt nicht zu kurz.

Fazit:
Mord im besten Alter ist ein eher ruhig erzählter Kriminalroman mit gut durchdachten Protagonisten und Nebenfiguren und einem Kriminalfall, der dank einiger geschickt eingebauter Irrungen überraschen kann.

Mittwoch, 25. September 2013

Marie Lu - Legend. Schwelender Sturm


Titel: Legend. Schwelender Sturm
Autorin: Marie Lu
Reihe: Legend #2
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Loewe (16.09.2013)
ASIN: B00EEKE5RQ (eBook)
Preis: 13,99 € (Stand: 25.09.2013)
Papierformat: Gebundene Ausgabe
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: Leseprobe, Website zur Reihe
Der Zweck heiligt die Mittel, oder? Den einen Menschen loszuwerden, der die Verantwortung für dieses ganze verfluchte System trägt, scheint mir ein ziemlich kleiner Preis dafür zu sein, eine Revolution in Gang zu setzen.
Auf der Flucht vor der Republik schließen sich June und Day den Patrioten an, um Days Bruder zu retten und in die Kolonien zu entkommen. Doch die Patrioten fordern eine Gegenleistung: June und Day sollen Anden, den neuen Elektor, töten. Eine Tat, die all dem Unrecht und der brutalen Unterdrückung ein Ende bereiten könnte.
Als June jedoch begreift, dass der neue Elektor ganz anders ist als sein Vorgänger, beginnt sie zu zweifeln:
Was, wenn Anden einen neuen Anfang darstellt?
Was, wenn politische Veränderung nicht unbedingt Tod, Vergeltung und Gewalt bedeuten muss?
Was, wenn die Patrioten falsch liegen? *Quelle*
Zur Autorin:
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of South California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher.

Meinung:
Legend. Schwelender Sturm ist der 2. Band der Legend-Trilogie, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!

Nachdem June Day im 1. Band aus den Fängen der Republik befreit hat, sind beide vogelfrei und auf der Flucht. Sie schließen sich den Patrioten an, denn Day möchte seinen jüngeren Bruder Eden, der von der Republik festgehalten wird, befreien. June und Day sind für die Patrioten sehr nützlich, denn sie haben einen Plan mit den beiden, auf den sie sich auch einlassen: Mithilfe von June und Day wollen die Patrioten den neuen Elektor Anden, der nach dem Tod seines Vaters das Amt übernimmt, töten.

Day ist Feuer und Flamme für den Plan, doch June, die sich an den Elektor heranmachen und ihm schöne Augen machen soll, kommen bald Zweifel, nachdem sie mit Anden gesprochen hat. Denn dieser scheint so ganz anders zu sein als sein diktatorischer Vater. Doch ist er das wirklich, oder macht er June nur etwas vor? Bald müssen sich June und Day entscheiden, auf welcher Seite sie nun stehen...

Vom 1. Teil, Legend. Fallender Himmel, war ich seinerzeit sehr begeistert, und ich schaute freudig dem 2. Band entgegen, gespannt auf ein Wiedersehen mit June und Day. Leider konnte mich dieser dann nicht ganz so mitreißen wie sein Vorgänger. Wieder kann Marie Lu zwar durch ihre wechselnden Erzählperspektiven aus der Sicht von June und Day punkten, und man erfährt endlich auch mehr Hintergrundinformationen über die Entstehung der Republik, doch das Zusammenspiel der beiden Protagonisten gefiel mir hier deutlich weniger als noch in Legend. Fallender Himmel.

Beide misstrauen sich immer mehr, was zu Spannungen führt und da wäre auch noch Tess, Days Weggefährtin aus alten Tagen, die inzwischen mehr für Day empfindet, als ihm lieb ist. Diese Entwicklung empfand ich als eher überflüssig und der Gesamtgeschichte nicht dienlich. Der Beginn, der nahtlos an die Geschehnisse aus Teil 1 anknüpft, erwies sich meiner Meinung nach etwas schleppend, bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt. Dann überschlagen sich jedoch die Ereignisse, es gibt Anschläge, wilde Verfolgungsjagden, sodass man beim Lesen kaum zu Atem kommt. Diese hätte man wohldosierter einsetzen können.

Das Ende allerdings konnte mich durchaus fesseln. Es tritt eine bestimmte Wendung ein, die sehr wahrscheinlich für den 3. Teil, der im Englischen am 05.11.2013 unter dem Titel Champion erscheint, existenziell sein wird und auf den ich mit Sicherheit nicht verzichten werde.

Fazit:
Legend. Schwelender Sturm konnte nicht ganz das halten, was ich mir von der Fortsetzung erwartet habe, jedoch bietet der Roman trotzdem gute Unterhaltung, die allerdings nur schleppend in Gang kommt. Marie Lu kann mit ihrer erdachten dystopischen Welt begeistern und dank des Endes kommt man nicht daran vorbei, den 3. und letzten Band jetzt schon zu erwarten.

Reihenfolge:
1. Legend. Fallender Himmel (Legend)
2. Legend. Schwelender Sturm (Prodigy)
3. ??? (Champion, erscheint am 05.11.2013)

Mittwoch, 18. September 2013

Rachel DeWoskin - Kleine Frau, was nun?


Titel: Kleine Frau, was nun?
Autorin: Rachel DeWoskin
Genre: Zeitgenössisches, Junge Erwachsene
Verlag: Piper (17.09.2013)
ISBN: 978-3-492-05496-6
Klappenbroschur, 352 Seiten
Preis: 16,99 €
eBook: Kindle Edition für 12,99 €
Bezugsquelle: Piper
Bonus: Leseprobe
American Idol oder Youtube-Schande ... Kann man mit 16 kleinwüchsig und trotzdem glücklich sein?
Teenager haben es schwer. Man soll erwachsen werden und wird behandelt wie ein Kind. Man will sein wie die anderen und trotzdem irgendwie auffallen. Vor allem will man jedoch eins, nämlich dazugehören. Nur, wie soll das gehen, wenn man aussieht, als sei man »aus einer Puppenstube entführt« worden, fragt sich Judy. Besonders, wenn sie Kyle, dem coolsten Typ ihrer Schule, über den Weg läuft. Dann geschieht ein Wunder – Kyle interessiert sich für sie, er mag ihren Witz, er mag sie. Judy kann es nicht fassen: der Schwarm aller Mädchen und sie, eine Zwergin? Und natürlich geht die Sache gründlich schief... *Quelle*
Zur Autorin:
Rachel DeWoskin lebt und arbeitet in New York, Chicago und Peking. In den USA hat sie vor dem großen Erfolg mit Kleine Frau, was nun? schon zwei Bücher veröffentlicht: Foreign Babes in Beijing, ein Buch über ihren unverhofften Erfolg als Star einer chinesischen Soap Opera, und Repeat after me. Sie lehrt Creative Writing an der University of Chicago, ist verheiratet und Mutter zweier Töchter.

Meinung:
Kleine Frau, was nun? ist der erste Roman von Rachel DeWoskin, der ins Deutsche übersetzt wurde. Handlungsort der Geschichte ist Ann Arbor im US-Bundesstaat Michigan.

Judy Lohden ist 16 Jahre alt und kleinwüchsig. Sie lebt zusammen mit ihren Eltern und ihren zwei Brüdern Chad und Sam, die allesamt normal groß sind, in Michigan, wo die Familie ein Grill-Restaurant betreibt. Judy wechselt auf die Darcy Arts Academy, von den Schülern kurz D'Arts genannt, die sich auf die Ausbildung von Tanz und Gesang spezialisiert, denn Judy hat eine außergewöhnliche Stimme.

Auf einer Party lernt sie Kyle Malanack kennen, den Mädchenschwarm der D'Arts. Und auch Kyle scheint Interesse an Judy zu haben, doch dann läuft alles völlig aus dem Ruder, und Judy findet sich nach ihrer Flucht allein in einem Motel wieder. Von dort erzählt sie rückblickend ihre Geschichte...

Rachel DeWoskin ist mit Kleine Frau, was nun? ein zeitgenössischer Roman gelungen, der sich zuallererst mit den Alltagssorgen der 1,15 m großen Judy befasst. Judy ist eine starke Persönlichkeit, die zwar viel über ihre Kleinwüchsigkeit nachdenkt, diese aber nie infrage stellt oder sie gar in Depressionen fallen lässt. Sie akzeptiert sich, so wie sie ist, auch wenn sie beim Thema Jungs doch recht unsicher ist. Außerdem hat sie die Gabe, Menschen in ihrer Umgebung gekonnt zu sezieren und legt auch eine gewisse Portion Sarkasmus an den Tag. In Sarah und Molly findet sie auf der D'Arts zwei Freundinnen, die mit ihr bis zum Schluss durchs Feuer gehen.

Als sie Kyle Malanack kennenlernt, ist sie von Beginn an Feuer und Flamme für den hübschen Jungen. Sie lässt sich sogar von ihm entjungfern, obwohl sie gewisse Zweifel hegt, ob er wirklich an ihr als Mensch interessiert ist oder nur, weil sie anders ist als andere Mädchen. Kyle selbst war mir von Beginn an unsympathisch. Man merkt doch recht schnell, dass er Judy nur benutzt und muss hilflos mitansehen, wie sie in ihr Verderben rennt. Was dann weiter geschieht, hätte sich Judy in ihren schlimmsten Träumen nicht ausmalen können...

Das Ende der Geschichte hat mir nicht ganz so gut gefallen, da nach den ganzen Vorkommnissen alles recht schnell wieder in Butter ist und Judy an ihrer Schule behandelt wird, als wäre nichts geschehen. Das fand ich etwas zu irreal geschildert, denn ich kann mir nach so einem Vorfall denken, dass Mitschüler und auch Lehrerkollegium etwas anders reagieren würden und nicht so verständnisvoll, wie es bei Judy der Fall war. Ansonsten hat mir der Roman gut gefallen, vor allem Judys Freundschaft zu Sarah und Molly fand ich sehr schön beschrieben.

Kleine Frau, was nun? ist ein zeitgenössischer Roman, der sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzt und mit einer außergewöhnlichen Protagonistin aufwartet.

Montag, 16. September 2013

Wulf Dorn - Phobia


Titel: Phobia
Autor: Wulf Dorn
Genre: Thriller
Verlag: Heyne (09.09.2013)
ASIN: B00DTRGFBY (eBook)
Preis: 15,99 € (Stand: 16.09.2013)
Papierformat: Gebundene Ausgabe
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: Leseprobe
Angst hat ein Zuhause
Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann überraschend früh von einer Geschäftsreise nach Hause kommen hört. Doch der Mann, den sie in der Küche antrifft, ist nicht Stephen. Er trägt jedoch den Anzug ihres Mannes, hat dessen Koffer bei sich und ist mit Stephens Auto nach Hause gekommen. Der Fremde behauptet, Stephen zu sein, und weiß Dinge, die nur Sarahs Mann wissen kann.
Für Sarah und ihren sechsjährigen Sohn Harvey beginnt der schlimmste Alptraum ihres Lebens. Denn der Unbekannte verschwindet ebenso plötzlich wieder, wie er bei ihr aufgetaucht ist, und niemand will ihr glauben. Nur ihr Jugendfreund, der Psychiater Mark Behrendt, kann ihr jetzt noch helfen. Ein psychologisches Duell mit dem Unbekannten beginnt. Und von Stephen Bridgewater fehlt weiterhin jede Spur... *Quelle*
Zum Autor:
Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Sein 2009 erschienener Debütroman Trigger wurde ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt. Nach zwanzigjähriger Psychiatrietätigkeit lebt er heute als freier Schriftsteller mit seiner Frau und einer Glückskatze in der Nähe von Ulm.

Meinung:
Phobia ist der neueste Psychothriller von Wulf Dorn, einem meiner Lieblingsautoren, und ich war sehr gespannt auf sein neuestes Werk, da der Klappentext einiges versprach. Handlungsort des Romans ist die britische Hauptstadt London.

Dort leben Sarah Bridgewater, ihr Mann Stephen und ihr 6-jähriger Sohn Harvey. Stephen befindet sich für mehrere Tage auf einer Geschäftsreise, und Sarah und ihr Sohn sind allein zuhause. Doch auf einmal hält mitten in der Nacht Stephens Wagen vor der Tür, er betritt das Haus und Sarah will ihn schon überschwenglich begrüßen, als sich herausstellt, dass es sich nicht um Stephen handelt, sondern um einen ihr völlig unbekannten Mann, der sich für Stephen ausgibt.

Sarah bekommt es mit der Angst zu tun. Was will dieser Mann von ihr, warum drängt er sich in ihr Leben und vor allem: Was hat er mit Stephen gemacht, der spurlos verschwunden ist? Zusammen mit ihrem Jugendfreund Mark Behrendt, der sich gerade in London zwecks der Beerdigung seines Doktorvaters aufhält, macht sich Sarah auf eine gefährliche Spurensuche...

Wulf Dorn hat mit Phobia einen Psychothriller erdacht, der von Beginn an Gänsehaut verbreitet. Denn bereits am Anfang wird man Zeuge eines Mordes, dessen Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte lange im Dunkeln bleibt. Nach diesem Kapitel lernt der Leser Sarah Bridgewater kennen, die Protagonistin des Romans. Sie wird mit einem Unbekannten konfrontiert, der sich als ihr Mann Stephen ausgibt und sehr viele Details aus ihrem Privatleben weiß. Ihr gelingt zwar die Flucht aus dem eigenen Haus, doch der Mann bleibt ihr weiterhin auf den Fersen.

In Mark Behrendt, der Wulf Dorn-Lesern bereits aus seinem Debütroman Trigger bekannt sein dürfte, findet Sarah Hilfe auf der Suche nach ihrem Mann und dem Motiv des Unbekannten. Mark ist ein alter Jugendfreund Sarahs, man erfährt, wie es ihm seit den Vorkommnissen in Trigger weiter ergangen ist, doch blieb er meiner Meinung nach etwas blass und am Ende bleiben Fragen über ihn offen, die sich hoffentlich in einem der nächsten Bücher klären werden.

Die Lösung um den Unbekannten und sein Motiv war etwas anders als ich erwartet hätte, doch es konnte mich durchaus überzeugen. Häppchenweise wird dem Leser offenbart, was es mit dem Mann auf sich hat und durch welche schrecklichen Momente in seinem Leben er motiviert wurde. Im Vordergrund jedoch steht eindeutig Sarahs und Marks Suche nach dem Mann, der sich in ihr Leben schleicht und dies kann mit einigen recht gänsehauterzeugenden Momenten aufwarten.

Ich empfehle Phobia gerne weiter, auch wenn ich mit dem recht blassen Wiedersehen mit Mark Behrendt etwas enttäuscht war. Von seinem Charakter und seine Einbindung in die Geschichte hatte ich mir etwas mehr versprochen.

Montag, 9. September 2013

Max Bentow - Der Federmann


Titel: Der Federmann
Autor: Max Bentow
Reihe: Nils Trojan #1
Genre: Thriller
Verlag: Page & Turner (25.07.2011)
ASIN: B005EFM5D6 (eBook)
Preis: 7,99 € (Stand: 09.09.2013)
Papierformat: Taschenbuch
Bezugsquelle: skoobe
Bonus: Leseprobe
Schrei doch, dachte er, schrei
Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird, erwartet ihn eine grausame Inszenierung: Der jungen Frau wurden die Haare abgeschnitten, ein zerfetzter Vogel ist auf ihrem Körper platziert. Trojan und sein Team sind entsetzt, doch noch während sie die ersten Ermittlungen einleiten, ereignet sich ein zweiter Mord – wieder hatte das Opfer lange blonde Haare, und wieder hinterlässt der Federmann einen makabren Gruß in Gestalt eines toten Vogels. Trojan hofft, durch die kleine Tochter der Ermordeten einen Hinweis zu bekommen, doch dann verschwindet das Mädchen von einem Tag auf den anderen. Unterstützt von der Psychologin Jana Michels macht sich Trojan an die Lösung des Falls – und befindet sich unvermittelt auf einer Reise in die tiefsten Abgründe einer kranken Seele. *Quelle*
Zum Autor:
Max Bentow wurde 1966 in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen als Schauspieler tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Mit Der Federmann und Die Puppenmacherin, den ersten beiden Kriminalromanen um den Berliner Kommissar Nils Trojan, gelang Max Bentow auf Anhieb ein großer Erfolg und eine Platzierung auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Meinung:
Der Federmann ist der erste Band einer Reihe um den Ermittler Nils Trojan, den ich als Papierbuch bereits einige Zeit auf meinem SuB hatte, ihn jetzt aber lieber als eBook gelesen habe. Handlungsort des Buches ist die Bundeshauptstadt Berlin.

Der 43-jährige Nils Trojan, Kriminalkommissar im Bereich Delikte am Menschen, bekommt es mit einem äußerst perfiden Serienmörder zu tun: Dieser bringt ausnahmslos blonde Frauen um, schneidet ihnen das Haar ab, sticht ihnen die Augen aus und drapiert ihnen auf der geöffneten Bauchdecke einen toten Vogel, der ebenso ausgeweidet ist und dem die Federn fehlen.

Eine nervenaufreibende Suche nach dem Täter beginnt, in den auch Nils Trojans Psychologin Jana Michels, für die er mehr empfindet, mit hineingezogen wird. Trojan bleibt nur wenig Zeit, den Fall zu lösen, da der Täter immer öfter und schneller zuschlägt...

Nils Trojan, der Ermittler und Protagonist der Geschichte, ist geschieden und hat zu wenig Zeit für seine heranwachsende Tochter Emily. Außerdem quälen ihn oftmals Albträume, die er sich nicht erklären kann, und er befindet sich in einer Therapie bei der sympathischen Psychologin Jana Michels. Als er es mit dem skrupellosen Serienmörder zu tun bekommt, setzt er alles daran, den Fall schnellstmöglich zu lösen, doch wird er auch selbst Zielscheibe des Täters. Ein äußerst sympathischer Charakter, der mit Ecken und Kanten aufwartet und nicht, wie in vielen Büchern dieses Genres, aalglatt daherkommt.

Ich empfand Max Bentows Schreibstil und Schilderung von Beginn an als spannend und konnte das Buch nur schwerlich beiseite legen. Der Fall selbst wartet mit einigen äußerst expliziten und brutalen, blutigen Szenen auf, der für zartbesaitete Gemüter nicht geeignet ist. Allerdings war mir der Täter und vor allem sein Motiv etwas zu schnell abgehandelt, da hätte man ruhig mehr als eine Seite darauf verwenden können. Max Bentow versteht es jedoch, einige geschickte Wendungen miteinzubauen, die überraschen können. Ich bin auf jeden Fall auf den zweiten Band der Reihe, Die Puppenmacherin, sehr gespannt.



Reihenfolge:

1. Der Federmann
2. Die Puppenmacherin
3. Die Totentänzerin

Samstag, 7. September 2013

Susan Ee - Angelfall. Fürchtet euch nicht


Titel: Angelfall. Fürchtet euch nicht
Autorin: Susan Ee
Reihe: Penryn & the End of Days #1
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Heyne fliegt (26.08.2013)
ASIN: B00D1S960S (eBook)
Preis: 9,99 € (Stand: 07.09.2013)
Papierformat: Gebundene Ausgabe
Bezugsquelle: skoobe
Bonus: Leseprobe
Wenn die Engel die Bösen sind
Die Engel sind auf die Erde gekommen, doch sie haben nicht Frieden und Freude, sondern Elend und Zerstörung mit sich gebracht: Weltweit liegen die Städte in Trümmern, und die Menschen trauen sich vor Angst kaum noch auf die Straße. Als eine Gruppe Engel die kleine Schwester von Penryn entführt, haben sie sich jedoch mit der Falschen angelegt. Die Siebzehnjährige zieht los zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu befreien. Aber dafür braucht sie Hilfe – und die kommt ausgerechnet von Raffe, einem flügellosen Engel... *Quelle*
Zur Autorin:
Susan Ee war zunächst Anwältin, bevor sie beschloss, ihre Leidenschaft für die Literatur zu ihrem Beruf zu machen. Sie studierte Kreatives Schreiben in Stanford und Clarion West und arbeitet nun als Autorin und Filmemacherin. Sie lebt in San Francisco, Kalifornien/USA.

Meinung:
Angelfall. Fürchtet euch nicht ist mir durch verschiedene Blogaktionen ins Auge gefallen. Da sich die Kurzbeschreibung interessant anhörte, musste es natürlich gelesen werden. Handlungsorte des Buches sind Silicon Valley und San Francisco/USA.

Die 17-jährige Penryn lebt in einer postapokalyptischen Welt, die von Engeln geknechtet wird. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrer 7-jährigen Schwester Paige, die im Rollstuhl sitzt, ist Penryn auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Auf ihrem Weg durch die zerstörte Stadt wird sie Zeuge, wie fünf Engel einen weiteren angreifen und dessen Flügel abschneiden. Durch einen kleinen Fehler Paiges werden die Engel auf die Familie aufmerksam und Paige wird von den fünf Engeln entführt.

Um herauszufinden, wo die Engel Paige hinbringen, nimmt sich Penryn dem verletzten Engel Raffe an und pflegt ihn gesund. Zusammen mit ihm macht sich Penryn auf den gefährlichen Weg zum Horst der Engel...

Penryn, die Protagonistin, wird als ein starkes Mädchen beschrieben, das dank ihrer Mutter schon früh das Kämpfen erlernt hat. Somit ist sie nicht hilflos sich selbst überlassen, sondern weiß durchaus, sich zu wehren. Aus ihrer Sicht wird auch die Geschichte in Gegenwartsform geschildert. Somit erhält der Leser einen direkten Einblick in ihre Welt und Gefühle.

Raffe, der Engel, den Penryn rettet, kommt zu Beginn sehr arrogant und selbstverliebt daher. Allerdings liefert er sich mit Penryn einige hitzige Dialoge, die mich für ihn vereinnahmen konnten. Er entwickelt sich in der Geschichte immer mehr zum gefallenen Helden, der Penryn bei allem, was die beiden miteinander erleben, so gut unterstützt wie er kann.

Als interessantesten Charakter empfand ich die Nebenfigur von Penryns Mutter. Sie ist irgendwann wahnsinnig geworden, spricht mit ihren ganz eigenen Dämonen und hortet faule Eier in ihrem Einkaufswagen. Scheinbar ist sie auch an Paiges Lähmung, die sie an den Rollstuhl fesselt, nicht ganz unschuldig...

Susan Ee kann mit ihrer gestalteten Welt durchaus begeistern. Bösartige Engel waren für mich neu, da man sie ja eher als ätherische, übernatürlich schöne und gute Wesen kennt. Die Autorin macht auch nicht vor recht blutigen Szenen Halt, dies sollte dem interessierten Leser bewusst sein. Allerdings wartet sie am Ende der Geschichte mit einigen monsterhaften Kreaturen auf, die für mich etwas zu viel des Guten waren und etwas übertrieben wirkten. Sonst konnte mich Angelfall. Fürchtet euch nicht dank Susan Ees mitreißendem Schreibstil gut unterhalten, und ich werde die Fortsetzung, die im Englischen unter dem Titel World After im November 2013 erscheint (der deutsche Termin ist noch nicht bekannt), mit Sicherheit lesen.


Reihenfolge:

1. Angelfall. Fürchtet euch nicht (Angelfall)
2. ??? (World After)
3. ??? (Untitled)

Mittwoch, 4. September 2013

Sven Koch - Dünengrab


Titel: Dünengrab
Autor: Sven Koch
Reihe: Femke Folkmer #1
Genre: Regionalkrimi (Ostfriesland)
Verlag: Knaur eBook (26.07.2013)
ASIN: B00B0SZRWW (eBook)
Preis: 8,99 € (Stand: 04.09.2013)
Papierformat: Taschenbuch
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: Leseprobe
In dem kleinen Ort Werlesiel an der friesischen Küste verschwindet ein junges Mädchen nachts im dichten Seenebel. Femke Folkmer, Chefin der kleinen Polizeiinspektion, glaubt nicht an einen normalen Vermisstenfall. Aber auch die Schauergeschichte, die die Küstenbewohner sich erzählen, hält sie für eine Mär. Kriminalist Wolf verstärkt ihr Team. Doch statt der Vermissten finden die Ermittler den versteckten Friedhof eines Serienmörders... *Quelle*
Zum Autor:
Sven Koch, geboren 1969, lebt und arbeitet als Tageszeitungsredakteur in Detmold. Nach der Aufnahmeprüfung an den Filmhochschulen München und Berlin entschied er sich für eine journalistische Laufbahn und ist als Redakteur mit dem Schwerpunkt Nachrichten und Kultur tätig. Daneben ist Sven Koch in der künstlerischen Fotografie aktiv und hat in mehreren regionalen Ausstellungen seine Bilder präsentiert. Seit vielen Jahren steht er zudem als Rockmusiker auf der Bühne. Koch schreibt seit frühester Jugend. Purpurdrache, ein Crime-Thriller, ist sein erster bei Droemer/Knaur veröffentlichter Roman rund um die Kriminalpsychologin Alex Stietencron. Brennen muss die Hexe lautet der zweite Titel. Weitere sind in Vorbereitung. Eine neue Krimi-/Thriller-Reihe, die an der deutschen Nordseeküste in Ostfriesland angesiedelt ist, startet am 1. August 2013 mit Dünengrab bei Droemer/Knaur.

Meinung:
Bereits der Prolog von Dünengrab konnte mich fesseln. In diesem erscheint eine junge Frau verletzt an der Haustür von Fokko Broer, einem ehemaligen Arzt, und bittet ihn um Hilfe. Doch als er sie bei sich aufnehmen will, bekommt sie es mit der Angst zu tun und flüchtet. Kurz darauf wird sie von einem mysteriösen Etwas mit rotglühenden Augen in den aufkommenden Nebel gezogen und verschwindet spurlos...

Die Geschichte selbst spielt im fiktiven Örtchen Werlesiel an der Nordsee. Sven Koch versteht es, dem Leser diese mitunter rauhe Gegend bildhaft und anschaulich zu schildern. Als Protagonisten agieren die dortige Polizeirevierleiterin Femke Folkmers, die von einer Karriere bei der Kripo träumt und die beiden Oldenburger Ermittler Tjark Wolf, der mit seinem True Crime-Roman Im Abgrund zu gewisser Popularität gelangt ist, und sein Kollege Fred.

Die verschiedenen Handlungsstränge berichten von den Ermittlungsarbeiten Femkes, Tjarks und Freds, ebenso erfährt man die Handlungsweise des Serienmörders, der relativ lange unklar bleibt. Sein Motiv jedoch ist recht schnell zu erraten, was der Spannung aber keinerlei Abbruch tut. Allerdings hatte der Roman für mich einige Längen bis so richtig Fahrt in die Geschichte kommt. Danach jedoch kann Dünengrab durchaus fesseln, was auch an den sympathischen Charakteren, die jeder für sich ihre Ecken und Kanten haben, liegt. Ein weiteres Plus ist der fiktive Handlungsort, der durch Sven Kochs plastische Beschreibungen punktet.

Mich konnte Dünengrab gut unterhalten, da es eine recht komplexe Story bietet und die Charaktere durchweg interessant gestaltet sind. Auch wenn Tjark Wolf anfangs etwas kalt und unnahbar erscheint, wurde er mir dank einer Szene mit seinem Vater Harald sympathisch. Eine Fortsetzung dieser Reihe wäre von meiner Seite aus wünschenswert.


Reihenfolge:

1. Dünengrab

Sonntag, 25. August 2013

Vincent Kliesch - Bis in den Tod hinein


Titel: Bis in den Tod hinein
Autor: Vincent Kliesch
Reihe: Severin Boesherz #1
Genre: Thriller
Verlag: Blanvalet (15.07.2013)
ASIN: B00CWZKHRC (eBook)
Preis: 8,99 € (Stand: 25.08.2013)
Papierformat: Taschenbuch
Bezugsquelle: skoobe
Bonus: Leseprobe
Atemlose Spannung in Berlin: Kommissar Boesherz ermittelt in seinem ersten Fall
Eine Serie von grausamen Hinrichtungen erschüttert Berlin. Jede der Leichen ist mit einer Zahl versehen, die keiner ersichtlichen Logik folgt. Hauptkommissar Severin Boesherz und sein Team ermitteln. Offenbar steht jede Zahl für eine Eigenschaft, die dem Täter so sehr an seinen Opfern missfällt, dass er sie dafür tötet: Einer der Toten ist ein Brandstifter, der in seinem eigenen Feuer stirbt, ein anderer ein Lügner, dem die Zunge abgetrennt wird. Als immer mehr Leichen gefunden werden und eine Frau verschwindet, zerrinnt Boesherz die Zeit zwischen den Fingern. Können ihm die Zahlen den Weg zum Mörder weisen? *Quelle*
Zum Autor:
Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und arbeitete danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Dabei entstand auch die Idee zu seinem ersten Thriller Die Reinheit des Todes, der auf Anhieb zu einem großen Erfolg wurde. Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, steht er als Moderator und Stand-Up-Comedian auf der Bühne. Der Filmpark Babelsberg, in dem er täglich das Publikum unterhält, sowie der legendäre Quatsch Comedy Club sind nur zwei Stationen seiner Laufbahn als Entertainer.

Meinung:
Lesegrund:
Mit seiner Julius Kern-Trilogie konnte mich Vincent Kliesch sehr begeistern und ist dadurch zu einem meiner deutschen Lieblingsautoren geworden. Deshalb konnte ich mir sein neues Werk nicht entgehen lassen.

Handlungsort(e):
Berlin/Deutschland

Erwähnenswerte Personen:
Severin Boesherz: Ermittler im LKA Berlin. Da Julius Kern sich im wohlverdienten Urlaub befindet, übernimmt Boesherz, eigentlich aus dem Rheingau stammend, einen neuen Serienmörder-Fall. Erwähnenswert ist seine messerscharfe Kombinationsgabe.

Der Täter: Eine von Zwanggedanken gesteuerte Person, die sehr große psychische Probleme hat, die auf seine Kindheit zurückzuführen sind. Sein Motiv wird detailliert und glaubwürdig dargestellt.

Weitere Charaktere sind die bereits aus den Julius Kern-Romanen bekannten Ermittler Dennis Baum und Daniela Castella.

Meinung:
Mit Bis in den Tod hinein kann Vincent Kliesch an seine erfolgreiche Trilogie um Julius Kern und Tassilo Michaelis anknüpfen. Mit dem neuen Ermittler Severin Boesherz gelingt ihm ein Charakter, der mich anfangs nicht ganz begeistern konnte, da er auf mich etwas blasiert und snobistisch wirkte. Der aus Oestrich-Winkel stammende Boesherz punktet jedoch mit seiner Kombinationsgabe, die mich ein wenig an die TV-Serie Sherlock erinnerte und legt sehr viel Wert auf seine Kleidung, die mit Taschenuhr und Weste ausgestattet, ein wenig altmodisch daherkommt.

Der Fall selbst ist wieder einmal spannend von Anfang bis Ende. Vor allem die Charakterzeichnung des Täters hat mir sehr gut gefallen, da man nach und nach erfährt, wie er zu dem Menschen geworden ist. Seine psychischen Probleme wurden demnach bereits in seiner frühen Kindheit gesät. Dass der Täter schon früh feststeht, tut der Spannung keinen Abbruch, denn wenn man bereits Bücher von Vincent Kliesch gelesen hat, ist dies nicht neu. Vielmehr versteht er es, gerade durch das frühe Wissen um den Täter die Spannung trotzdem zu halten, was nicht jeder Autor vermag.

Eine bestimmte Wendung am Ende des Buches konnte mich sogar verwundern, mit dieser hätte ich definitiv nicht gerechnet. Somit kann ich Bis in den Tod hinein eingefleischten Vincent Kliesch-Fans empfehlen, aber natürlich auch interessierten Lesern, die gerne Psychothriller lesen und sich nicht an einigen blutigen Szenen stören. Ich bin auf Severin Boesherz' nächsten Fall mehr als gespannt!

Reihenfolge:
1. Bis in den Tod hinein

Donnerstag, 22. August 2013

Stephen King & Joe Hill - Im hohen Gras


Titel: Im hohen Gras
Autoren: Stephen King & Joe Hill
Genre: Thriller
Verlag: Heyne (12.08.2013)
ASIN: B00ECWKYMQ (eBook)
Preis: 1,99 € (Stand: 22.08.2013)
Papierformat: ---
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: ---
Die unzertrennlichen Geschwister Becky und Cal machen einen Landausflug nach Kansas, wo die Prärie bis zum Horizont reicht. In dem mannshohen Gras hat sich ein kleiner Junge verlaufen und ruft um Hilfe. Es scheint, dass die Rettungsaktion von Becky und Cal zu einem Horrortrip wird... *Quelle*
Zu den Autoren:
Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, Carrie, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

Joe Hill wurde 1972 in Neuengland geboren. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien erschienen, wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ray Bradbury Fellowship, dem Bram Stoker Award und dem renommierten World Fantasy Award. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in New Hampshire. Seine Bücher erscheinen im Heyne Verlag, zuletzt der Roman Teufelszeug.

Meinung:
Lesegrund:
Vor einigen Jahren war ich großer Stephen King-Fan und möchte mich nun langsam wieder dem Altmeister des Grauens annähern. Daher kam mir diese neu erschienene Kurzgeschichte, die er zusammen mit seinem Sohn Joe Hill verfasst hat, gerade recht.

Handlungsort(e):
Kansas/USA

Erwähnenswerte Personen:
Becky & Cal DeMuth: 19-jähriges Geschwisterpaar, das sich auf der Reise durch Kansas befindet, bis sie plötzlich Hilfeschreie eines kleinen Jungen vernehmen.

Weitere Charaktere sind der Junge Tobin, seine Eltern und eine Hippie-Familie.

Meinung:
Im hohen Gras ist eine Kurzgeschichte des Altmeisters Stephen King, die er zusammen mit seinem Sohn Joe Hill, ebenfalls Schriftsteller, verfasst hat. Sie umfasst knapp 70 Seiten (incl. zweier Leseproben zu Stephen Kings neuem Roman Doctor Sleep und Joe Hills neuem Werk Christmasland) und ist nur als eBook und Hörbuch erschienen.

Mit dieser Geschichte bekommt die Bedeutung von hohem Gras ein ganz neues, grauenhaftes Ausmaß, das man sich kaum auszumalen vermag. In altbewährter King-Manier werden zuerst die Charaktere von Becky und Cal eingeführt, die sich auf dem Weg zu Tante und Onkel befinden, bei denen die schwangere Becky ihr Kind zur Welt bringen will. Cal begleitet sie, denn beide sind von Kindesbeinen an unzertrennlich wie Zwillinge, die sie fast auch sind, denn zwischen ihrer Geburt liegen nur wenige Stunden.

Sobald sie an der Route 73 in Kansas anhalten, nachdem sie die Hilfeschreie eines Kindes vernommen haben, nimmt das Grauen seinen Lauf, was sich nach und nach aufbaut und in einem gänsehauterzeugenden Finale endet. Dieses ist zwar relativ vorhersehbar, doch was vor allem Becky bis zum Ende hin erleiden muss, ist es nicht und ließ mir doch ein wenig den Atem stocken.

Ich kann diese Kurzgeschichte weiterempfehlen, doch nur an Leser, die mit Schock- und Ekelmomenten keine Probleme haben. Mich konnten beide Autoren begeistern, und ich werde mich sicherlich im Herbst/Winter wieder einmal näher mit Stephen Kings neueren Werken wie z.B. Die Arena, Der Anschlag und Joyland befassen.

Samstag, 1. Juni 2013

A.J. Hartley - Mr. Peregrines Geheimnis


Titel: Mr. Peregrines Geheimnis
Autor: A.J. Hartley
Reihe: Darwen Arkwright #1
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Heyne fliegt (28.05.2013)
ASIN: B00BWOLEA8 (eBook)
Preis: 13,99 € (Stand: 01.06.2013)
Papierformat: Gebundene Ausgabe
Bezugsquelle: skoobe
Bonus: Leseprobe
Hinter dem Spiegel wartet eine geheime Welt auf dich
Der Waisenjunge Darwen Arkwright traut seinen Augen kaum: Mitten in ein riesiges Einkaufszentrum hat sich ein äußerst merkwürdiges Flugwesen verirrt. Und er scheint der Einzige zu sein, dem das auffällt. Als Darwen dem Wesen in einen alten Spiegelladen folgt, verändert sich sein einsames Leben für immer – denn der Ladenbesitzer Mr. Peregrine öffnet für ihn die Pforte in eine magische Welt...
Darwen Arkwright ist elf, als er auf einen Schlag alles verliert: Nach dem Tod seiner Eltern muss er aus einer englischen Kleinstadt nach Atlanta ziehen, zu seiner Tante Honoria, die er kaum kennt. Alles ist fremd und irgendwie Furcht einflößend: dass das Essen ganz anders aussieht und schmeckt als in England, dass ihn in der teuren Privatschule alle so komisch anstarren – und nicht zuletzt Tante Honoria selbst, die sich Mühe gibt, aber für Kinder wenig Zeit und Interesse hat. Erst als Darwen den geheimnisvollen Mr. Peregrine kennenlernt, wendet sich sein Schicksal: Denn der alte Spiegel, den Mr. Peregrine ihm gibt, ist nicht einfach nur ein Spiegel, sondern die Pforte in eine andere Welt. Eine Welt voller Abenteuer und Gefahren, die nur auf einen Helden wie Darwen gewartet hat... *Quelle*
Zum Autor:
A.J. Hartley wurde in Nordengland geboren und lebt heute mit seiner Familie in Charlotte, North Carolina/USA. Mit seinen zahlreichen Romanen im Bereich Thriller, Fantasy und historische Unterhaltung hat er sich bereits einen Namen als internationaler Bestseller-Autor gemacht. Mr. Peregrines Geheimnis ist sein erstes Jugendbuch.

Meinung:
Mr. Peregrines Geheimnis hat mein Interesse vor allem durch sein interessantes Cover geweckt. Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich locker-flockig-leicht, denn A.J. Hartley lässt den Leser sogleich in das Geschehen eintauchen. Handlungsorte sind Atlanta und die Spiegelwelt Silbrica, von der ich mir allerdings mehr erhofft hatte. Sie wird eigentlich mehr zum Nebenschauplatz degradiert.

Protagonist Darwen Arkwright ist 11 Jahre alt und gerade aus England zu seiner Tante Honoria nach Atlanta in die USA gezogen, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Er hat starke Schwierigkeiten, in seiner neuen Schule Hillside anerkannt zu werden. Doch bald schon freundet er sich mit den beiden Außenseitern Rich und Alexandra an und die drei halten zusammen wie Pech und Schwefel.

Auch die Nebencharaktere finden sich gut in die Handlung ein: Mr. Oktavius Peregrine, der Besitzer eines Ladens, in dem man Spiegel in allen Größen und Formen erwerben kann und auch Tante Honoria, die anfangs unsympathisch wirkt, sich aber am Ende hin als eine doch recht liebenswürdige Person herausstellt. Ferner finden sich auch noch ein paar fantastische Wesen ein, wie z.B. der Flitterfalk, Knatscher und Schrubbler und Talfeen.

Begeistern konnte mich der immer mehr wachsende Zusammenhalt von Darwen, Rich und Alexandra, aus denen sehr gute Freunde werden und die sich später merklich gegen das Mobbing von Mitschüler Nathan Cloten wehren. Auch ihr Engagement für die Welt Silbrica konnte A.J. Hartley anschaulich gestalten.

Enttäuscht war ich hingegen, dass Silbrica nicht die große Rolle spielte, wie ich eigentlich dachte. Zwar wird ein wenig von dieser Welt berichtet, doch zeichnet sich dies eher in den Aktionen und Taten der Knatscher und Schrubbler aus, weniger durch andere Einwohner oder die Umgebung. Hier hätte A.J. Hartley ruhig noch etwas mehr von dieser Parallelwelt berichten können.

Alles in Allem ist Mr. Peregrines Geheimnis ein unterhaltsames Jugendbuch, das vor allem die empfohlene Zielgruppe ab 12 Jahren ansprechen dürfte. Mich konnte der Roman gut unterhalten, und ich bin gespannt, ob die zwei weiteren, bereits auf englisch erschienenen Bände auch im Deutschen erscheinen werden.


Reihenfolge:
1. Mr. Peregrines Geheimnis (Darwen Arkwright and the Peregrine Pact)
2. ??? (Darwen Arkwright and the Insidious Bleck)
3. ??? (Darwen Arkwright and the School of Shadows)

Sonntag, 19. Mai 2013

Andreas Gruber - Rachesommer


Titel: Rachesommer
Autor: Andreas Gruber
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann (23.04.2013)
ASIN: B00CEKNKO2 (eBook)
Preis: 7,99 € (Stand: 19.05.2013)
Papierformat: Taschenbuch
Bezugsquelle: skoobe
Bonus: Leseprobe
Vier mysteriöse Todesfälle, ein geheimnisvolles Mädchen – und ein Sommer der Rache
Wien. Vier wohlhabende Männer im besten Alter sterben innerhalb kürzester Zeit unter ähnlichen Umständen. Und nur die Anwältin Evelyn Meyers glaubt nicht an Zufall...
Leipzig. Mehrere Jugendliche, allesamt Insassen psychiatrischer Kliniken, sollen Selbstmord begangen haben. Kommissar Pulaskis Misstrauen ist geweckt, er beginnt zu ermitteln. Seine Nachforschungen bringen ihn mit Evelyn zusammen, und ihre gemeinsame Spur führt sie bis zur Nordsee, zu einem Schiff, das ein schreckliches Geheimnis birgt... *Quelle*
Zum Autor:
Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und arbeitet halbtags für einen Pharma-Konzern. Mit seiner Familie und vier Katzen lebt er in Grillenberg in Niederösterreich. Er ist zweifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises.

Meine Meinung kurz & knapp:
Nachdem ich von Andreas Grubers aktuellem Roman Todesfrist sehr begeistert war, musste ich natürlich auch den Vorgänger Rachesommer lesen.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr einfach, denn von Beginn an versteht Andreas Gruber den Leser an die Handlung zu fesseln. Auch der Verlauf der Erzählung kann begeistern, auch wenn das Thema Kindesmissbrauch doch eher etwas für hartgesottenere Leser ist.

Die Protagonisten von Rachesommer empfand ich als gleichermaßen sympathisch. Auf der einen Seite hätten wir da den an Asthma leidenden und alleinerziehenden Vater Walter Pulaski, Kriminaloberkommissar beim Kriminaldauerdienst in Leipzig, der es mit einem auf den ersten Blick scheinenden Selbstmord in einer Psychiatrie zu tun bekommt, schnell aber an dieser Theorie zweifelt. Zum zweiten wäre da Evelyn Meyers, eine Rechtsanwältin, die ebenso vor einem Rätsel steht, als ihr Kollege Holobeck unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt und auf eigene Faust zu ermitteln beginnt und sich im Verlauf der Geschichte mit einem Kindheitstrauma konfrontiert sieht.

Nebencharaktere bleiben bei diesen beiden doch sehr präsenten Protagonisten eher blass, doch könnte man hier noch Greta Hockinson erwähnen, die sich zum Schluss hin noch als sehr interessante Figur präsentiert.

Begeistert hat mich vor allem, dass die vermeintlich unzusammenhängenden Handlungsstränge um Walter Pulaski und Evelyn Meyers zum Ende hin zusammenlaufen und die beiden schlussendlich zusammen ermitteln. Etwas enttäuschend empfand ich die Lösung, die sich mir etwas zu schnell vor dem Ende der Geschichte präsentierte. Man konnte doch schon recht früh erahnen, worauf die Handlung hinausläuft. Trotzdem konnte mich Rachesommer gut unterhalten und ich bin sehr auf weitere Romane von Andreas Gruber gespannt!

Sonntag, 12. Mai 2013

Christian Loeffelbein - Maxwell Fox. Das Grauen lauert in der Tiefe


Titel: Maxwell Fox. Das Grauen lauert in der Tiefe
Autor: Christian Loeffelbein
Genre: Kinderbuch (ab 10 Jahren)
Verlag: Coppenrath (Mai 2013)
ASIN: B00CIVFLHQ (eBook)
Preis: 9,99 € (Stand: 12.05.2013)
Papierformat: Gebundene Ausgabe
Bezugsquelle: skoobe

Atlantischer Ozean,1886: Nach einer fatalen Explosion auf der »MS Aurora« geraten der zwölfjährige Maxwell Fox und seine Familie mitten auf dem stürmischen Meer in Seenot. Als wie aus dem Nichts eine seltsame Stahlkugel im Nebel auftaucht, entert Maxwell kurzerhand das fremdartige Gebilde. Eine ferngesteuerte Höllenfahrt führt die Familie in die gigantische Unterwasserstadt Atlantic Haven. Dort werden sie zunächst freundlich empfangen. Aber schon bald ahnt Maxwell, dass hinter der Schönheit der Tiefseesiedlung ein düsteres Geheimnis verborgen ist. Sind er und seine Familie etwa keine Gäste, sondern Gefangene? *Quelle*
Zum Autor:
Christian Loeffelbein, geboren 1968, hat in Kiel und Berlin Literaturwissenschaften, Kunstgeschichte und Anglistik studiert. Nach dem Studium arbeitete er an einem Spielfilmprojekt, das auf mehreren Festivals aufgeführt wurde. Neben dem Verfassen weiterer Drehbücher für Spielfilme und Hörspiele hat er als Journalist für die Tageszeitung, die Hamburger Rundschau, die Allegra und als leitender Redakteur für die Verlagsgruppe Milchstraße gearbeitet.

Meine Meinung kurz & knapp:
Maxwell Fox. Das Grauen lauert in der Tiefe erinnerte mich etwas an die Chroniken der Weltensucher-Reihe von Thomas Thiemeyer, allerdings natürlich der Altersgruppe entsprechend kindgerechter, das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren empfohlen. Zwar handelt es sich um ein Abenteuerbuch, doch werden auch Mädchen damit ihren Spaß haben, denn hier kommen auch zwei einfallsreiche Mädels zum Einsatz, zum einen die schlaue Schwester von Max, Mafalda, und zum anderen die toughe Henriette. Es ist jede Menge Action, Abenteuer und Spannung vorhanden, aber auch Witz und Humor kommen nicht zu knapp. Desweiteren hervorzuheben sind die wirklich tollen Illustrationen von Sebastian Meyer, die immer passend zum Geschehen in der Geschichte miteinfließen und das Ganze noch etwas anschaulicher gestalten.
Christian Loeffelbein hat mit dieser Geschichte ein wunderbares Buch für Groß und Klein geschaffen, das nach einer Fortsetzung nur so schreit!